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Blog Beitrag der Krug

Das Perfekte im Unperfekten

Blog Beitrag der Krug

Das Perfekte im Unperfekten

Dieses Gefühl kennt doch jeder von uns: Wir alle haben einen vermeintlichen Makel, der so sehr von uns Besitz ergriffen hat, dass wir nur noch diesen sehen können. Dabei gibt es so viele wunderschöne Seiten an jedem von uns, auf die wir uns konzentrieren sollten.
Lest euch mal die folgende Geschichte durch. Bestimmt wird sie euch zum Nachdenken bringen.

Vor langer, langer Zeit lebte im alten Indien ein armer Bauer. Um seine große Familie ernähren zu können, lief er jeden Tag eine lange Strecke zum Fluss und zurück. Am Fluss füllte er zwei Krüge mit Wasser. Die beiden Krüge trug er an einer Stange über seinen Schultern und wenn er in der Stadt ankam, verkaufte er das Wasser an einen reichen Mann, der dankbar war, dass er nicht selbst den beschwerlichen Weg auf sich nehmen musste.
Die zwei Krüge, die der Bauer trug, waren wir Brüder. Aus dem gleichen Lehm geformt, im gleichen Ofen gebrannt, gleich groß – und doch gab es einen großen Unterschied zwischen ihnen: Der Krug, den der Bauer auf der linken Seite trug, hatte einen großen Sprung und so verlor er Tropfen um Tropfen der kostbaren Fracht. Jeden Tag, wenn der Bauer in der Stadt ankam, war der Krug nur noch zu einem Drittel gefüllt.
Das machte dem Krug sehr zu schaffen. Er fühlte sich schlecht und verglich sich mit seinem unversehrten Bruder, der stets noch bis oben gefüllt mit Wasser in der Stadt ankam.
„Was bin ich doch für ein unnützer Krug“, dachte er bei sich. „Ich schaffe es nicht einmal, genug Wasser in die Stadt zu tragen, damit der Bauer ein besseres Leben führen kann.“
Eines Tages hielt er es nicht mehr aus und klagte dem Bauern sein Leid. „Wenn du mich doch nur gegen einen unversehrten Krug eintauschen würdest, dann hätten deine Familie und du ein so schönes Leben. Ich bin dir doch nur eine Last!“
Aber der Bauer lachte nur und zwinkerte dem Krug zu. „Lass uns morgen noch einmal sprechen, lieber Krug. Wenn du mir am Abend immer noch sagst, dass ich dich weggeben soll, dann werde ich dir diesen Wunsch erfüllen. Aber achte ganz genau auf deine Umgebung, wenn wir noch einmal zum Fluss gehen, ja?“
Der Krug wunderte sich ein wenig über die Worte, aber er stimmte zu. Bald würde sein Elend ein Ende haben, da war er sich sicher.
Am nächsten Tag machen die drei sich wieder auf den Weg zum Fluss, aber alles, an was der zersprungene Krug dachte, war das Wasser, das er verlieren würde. Als sie zurück in der Stadt waren, fühlte sich der Krug bestätigt. Wie immer war er nur noch zu einem Drittel gefüllt.
„Siehst du, ich habe es wieder nicht geschafft“, sagte er enttäuscht zu dem Bauern.
„Kleiner Krug, hast du denn nicht auf die Umgebung geachtet, so wie ich es dir gesagt habe?“, schmunzelte der Bauer. „Komm, ich will dir etwas zeigen.“
Er nahm den Krug und ging einige Meter mit ihm aus der Stadt heraus, ehe er stehen blieb. „Schau die den Weg an, was fällt dir auf?“
Verwundert blickte der Krug auf den Weg, den sie jeden Tag entlangliefen. Auf der linken Seite wuchsen zahlreiche, wunderschöne und duftende Blumen, wohingegen die rechte Seite kahl und staubig war.
„Was ist das denn?“
„Mein lieber, kleiner Krug“, lächelte der Bauer. „Ich wusste vom ersten Tag an, dass du einen Sprung hast und Wasser verlierst, also habe ich Blumensamen verstreut. Jeden Tag nun hast die Blumen gewässert und so konnte ich dem reichen Herrn nicht nur Wasser verkaufen, sondern auch Blumen für seine Frau und seine Töchter. Diese Schönheit hast du geschaffen, kleiner Krug und dafür bin ich dir von Herzen dankbar.“

Und habt ihr euch selbst in dem kleinen Krug wiedererkannt? Dann haben wir noch einen kleinen Tipp für euch: Anstatt in den Spiegel zu sehen und auf das zu achten, was euch nicht gefällt, konzentriert euch doch einmal auf die Dinge, die ihr an euch mögt und liebt. Wenn ihr das eine Weile macht, wird sich euer Selbstbild hin zum Positiven verändern.